Ich möchte meinen Ausführungen noch hinzufügen: Eine behutsame Modernisierung der Carroux-Übersetzung mitsamt Ausbügeln einiger darin enthaltener Schwächen wäre sicher nicht falsch gewesen. Da hätten wir (also die Deutsche Tolkiengesellschaft) uns vermutlich sogar richtig gefreut, denn viele von uns sind Anglisten u.ä. und uns daher durchaus auch der Schwächen der alten Übersetzung bewußt. Ist halt schade, daß es gleich so extrem ausfallen mußte und dabei so viele Sachen eher 'verschlimmbessert' wurden.
Eine leichte Antiquiertheit der Sprache älterer Bücher darf m.E. ruhig sein. Ich meine, andere Bücher übersetzt man ja auch nicht alle dreißig oder vierzig Jahre neu. Das oben bereits mal von mir als ungenügend übersetzt erwähnte Fahrenheit 451 wurde so z.B. in den letzten Jahren lediglich mal ein wenig überarbeitet - die Originalübersetzung stammt aus den späten Fünfzigern, ist genauso "schlecht", wenn nicht sogar um einiges schlechter als die Carroux-Übersetzung des Herrn der Ringe, und es handelt sich auch um einen ähnlich großen Klassiker. Ist also eine gut vergleichbare Situation.





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