Die Nürnberger Prozesse wurden zwar 1945 durchgeführt doch da war das dritte Reich bereits besiegt (wäre ja sonst sehr lustig). Von daher hätte man davon Ausgehen können, das andere Gesetze gültig waren, als während des NS-Regimes.
Warum?
Warum sollten nach Kriegsende andere Gesetze gelten?
Und wenn ja welche?
Bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland bestand das besiegt 3. Reich noch.

Außerdem hat(te) mindestens ein Alliierter (Amerika) ebenfalls die Todesstrafe. (Und hat sie auch heute noch. Aber sie bröckelt.)

OT: Haben wir jetzt eigentlich schon einen Friedensvertrag oder läuft immer noch der Waffenstillstand?

BTT:

Zitat Zitat von Reiner
Dabei wird natürlich in USA jedoch wieder oft so argumentiert:
Ein Massenmörder oder mehrfacher Mörder hat auch das Recht auf Leben verwirkt. Was diese Person somit anderen antut, will man auch ihm antun dürfen/wollen.
Je nach Grausamkeit und je nach Fall kann ich diese Argumentation sogar verstehen.
Hussein war ja auch nicht zimperlich. Aber da greift das was Sathoan geschrieben hat.

Saddam Hussein hat mir ab dem Augenblick leidgetan, als ich ihn - getrennt von seiner verbrecherischen Funktion - als Menschen betrachtet habe: er war nur noch ein alter, böser Mann, dem ein gewaltsamer Tod bevorstand.
Genau so ging es mir.
Und auch hier fällt mir wieder Hitler ein.
Wenn er gegen Ende so war, wie in "Der Untergang" gezeigt, dann müsste er einem fast leid tun. Ein alter Mann, von Krankheit gezeichnet und zu feige sich seinen Taten zu stellen. Hussein hat es wenigstens zu Ende gebracht.
Aber er hat auch keine Reue gezeigt, oder täusche ich mich da?

Schwierig das ganze.

Zitat Zitat von Sathoan
Meiner Meinung nach ist es grundsätzlich inakzeptabel, jemanden hinzurichten, denn - im Gegensatz zu einer Notwehrsituation - hat man bei einem gefangenen Menschen die Wahl, was mit ihm geschehen soll; durch die Gefangenschaft übt man bereits eine Kontrolle über das Individuum aus, die eine immense Verantwortung bedeutet.
Beschliesst man nun, diese - dem eigenen Schutz unterstellte - Person zu töten, so traut man sich zu, in gerechter, angemessener Weise darüber zu befinden, wer das Recht hat zu leben, und wer nicht. Man sollte sich einmal bewußt vor Augen halten, was das bedeutet: Man bricht willentlich das Leben eines Menschen ab, beendet seine Existenz, alles was diese Person je ausgemacht hat - und verwehrt ihr damit auch die Chance, sich weiterzuentwickeln.
Das Recht dazu sollte meiner Meinung nach niemand haben.
Sehr gut gesprochen. Dem kann ich mich anschließen.

Ich bin schon froh, dass es in Deutschland keine Todesstrafe mehr gibt.