Also unmotiviert würde ich nicht sagen. Er macht das, um eine Chance zu haben, 2,5 Millionen Menschenleben zu retten. Dass die Szene hart an der Grenze war, stimmt aber natürlich. Auch ich habe sehr geschockt darauf reagiert. Im Nachhinein betrachtet ergibt es aber durchaus Sinn... Auch machen es uns die Drehbuchautoren dadurch leicht, dass Jack hier ja keinen Unschuldigen, sondern einen Kinderschänder erschossen hat. Ansonsten wäre es wohl wirklich schwer zu akzeptieren...Originally posted by Falcon@13.03.2004, 00:50
Wenn er ja wenigstens die Beherrschung verloren hätte, aber er hat den ja "einfach so umgelegt". Das war eigentlich das, was mich an der Szene mit am meisten gestört hat: er macht das einfach so nebenher, mehr oder weniger völlig unmotiviert.
Wenn's wen interessieren sollte, hier mal meine Reviews zu den ersten beiden Folgen. Wer sich das ganze lieber auf meiner HP (schöner formattiert, mit auflockernden Screenshots und einer 2. Meinung von meinem HP-Kollegen) durchlesen will: Folge 1 und Folge 2.
Ich denke, ich brauche nicht darauf hinzuweisen, dass Inhaltsangaben und Kritik Spoiler zu der jeweiligen Folge beinhalten können...
Folge 1:
1-1/2 Jahre sind seit dem schicksalhaften (bisher) "längsten Tag" aus Jack Bauer's (Kiefer Sutherland) Leben vergangen. Da er die CTU für den Tod seiner Frau (zumindest mit-)verantwortlich macht, hat er sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen. Auch den Kontakt mit seiner Tochter Kim (Elisha Cuthbert) hat er so gut wie verloren, da für diese das Zusammensein mit ihrem Vater immer noch zu schmerzhaft ist. Als Präsident David Palmer (Dennis Haysbert) von Agenten der NSA erfährt, dass in Los Angeles ein Anschlag mit einer Atombombe geplant ist, bittet er Jack um Hilfe. Der lehnt anfangs ab... er könnte es einfach nicht ertragen, nach seiner Frau auch noch seine Tochter zu verlieren. Schließlich erklärt er sich jedoch dazu bereit, bei diesem Einsatz mitzumachen... und schockt kurz darauf CTU-Leiter Mason (Xander Berkeley) und den Zuschauer mit seinen skrupellosen Methoden...
Zuerst möchte ich ein paar Worte über die Synchronisation verlieren, die ja aufgrund des Wechsels des Synchronstudios und damit einhergehend dem Austausch von einigen Sprechern im Vorfeld für Aufsehen gesorgt hat. Nun... natürlich bemerkt man sofort, dass David Palmer und Kim Bauer neue Stimmen haben... sonderlich beschweren kann ich mich darüber aber nicht, denn beide Sprecher konnten mich in der ersten Staffel nicht wirklich überzeugen. Zwar lag Haysbert's deutsche Stimme von Klang her nah am Original, aber ohne dem Sprecher zu nahe treten zu wollen... die schauspielerische Performance hat mich nicht wirklich umgehauen. Wo Haysbert im Original durchaus feine Nuancen (und dadurch auch Emotionen) erkennen lässt, sprach Ben Hecker so monoton als wären wir bei einem Entspannungsseminar ("Du wirst müde..."). Bei Kim's Synchronisation ist es genau umgekehrt: Während mir die Leistung der Sprecherin durchaus gefiel, wollte die doch etwas piepsig wirkende Stimme so überhaupt nicht zum Charakter passen. Alles in allem kann ich den Sprecherwechsel also nur begrüßen, ich bin mir sicher, dass wir uns alle nach 3-4 Folgen an die neuen Stimmen gewöhnt und die alten in keinster Weise mehr vermissen werden. Und so lange Kiefer Sutherland vom genialen Tobias Meister gesprochen wird, ist die deutschsprachige 24-Welt ohnehin in Ordnung...
Aber nun zurück zur Folge an sich: Es war natürlich klar, dass man in der ersten Episode nicht sofort mitten ins Geschehen springen konnte, wie man das noch bei der 1. Staffel getan hat. Diesmal galt es nicht nur, die Figuren und das Setting kurz vorzustellen, sondern auch dem Zuschauer zumindest eine Idee zu geben, was seit der ersten Staffel passiert ist. Leider konnte mich eben deshalb der Einstieg in die 2. Staffel alles in allem nicht so sehr packen, wie das der allerersten 24-Folge gelungen ist. Dies mag auch daran liegen, dass die Serie nun nicht mehr den Vorteil hat, ein völlig neues Konzept zu bieten, welches den Zuseher fasziniert, und so über die eine oder andere Schwäche oder Länge hinwegtäuscht. Dennoch ist selbst die erste Hälfte der Episode, auch wenn die nervenzerreißende Spannung hier noch fehlt, ganz gut gelungen.
Wenn Jack Bauer dann einmal das CTU-Gebäude erreicht hat, beginnt man an die besten Momente der ersten Staffel anzuschließen. In diesen Szenen zeigt sich auch deutlich, wie sehr sich Jack verändert hat. Hatte man zu Beginn der ersten Staffel noch das Gefühl, dass er seine Familie doch ein wenig vernachlässigt hat, da sein Beruf eindeutig oberste Priorität hatte, lehnt er diesmal den Auftrag ab, und versucht Kim dazu zu überreden, LA zu verlassen (womit er natürlich gegen die Bestimmungen verstößt). Danach gibt es eine wirklich wundervolle Szene, in der Jack als er gerade dabei ist, ins Auto zu steigen, eine Frau mit ihrem Kind spazieren gehen sieht... und erkennt, dass er sich nicht einfach umdrehen und all diese Menschen ihrem Schicksal überlassen kann. Dennoch haben wir hier eindeutig einen anderen Jack vor uns... vor allem ist er mittlerweile noch skrupelloser geworden. In der Szene, als er einen Zeugen eiskalt erschießt, droht er schon fast die Sympathien des Publikums zu verlieren. Ich kann nur hoffen, dass sich sein Verhalten in einer der kommenden Folgen erklären und dieses dann auch nachvollziehbar sein wird. Großartig dafür die letzte Szene der Folge, als sich Jack rasiert... man merkt richtig, dass hier mehr vor sich geht als reine Körperwäsche... er nimmt die Verantwortung an, stellt sich der Herausforderung und ist nun wirklich bereit, alles in seiner Macht stehende zu tun, um den Anschlag zu verhindern...
Im Großen und Ganzen hat mich dieser Auftakt also, trotz einiger Schwächen und der noch fehlenden Spannung, durchaus positiv gestimmt. Lediglich die angedeutete Storyline rund um Kim bereitet mir ein wenig Kopfzerbrechen. Bereits in der ersten Staffel war ihr Handlungsfaden, vor allem nach der 2. Entführung, eindeutig der Schlechteste, und auch diesmal dürfte sie einen größeren Anteil an Sendezeit erhalten. Denn der Vater des Kindes, für das sie als Babysitter angestellt ist, ist zumindest mal gewalttätig... und wenn die erste Vermutung nicht täuscht, dürften sowohl er als auch der zukünftige Bräutigam der 3. größeren Storyline auch etwas mit dem Anschlag zu tun haben... was dann aber schon ein wenig arg konstruiert wirken würde...
Fazit: Im Vergleich zum großartigen Einstieg in die erste Staffel hat mich diese Folge doch ein wenig enttäuscht. Es fehlt noch die nervenzerreißende Spannung, die Handlung hat mich noch nicht so recht gepackt, ich verspürte keinen allzu großen Drang zu erfahren, wie es denn nun weitergeht. Dennoch stimmt mich dieser Auftakt durchaus zuversichtlich, lediglich die Handlung rund um Kim sowie die Geschichte rund um die Hochzeit machen mir ein wenig Sorgen...
Wertung: 7/10
Folge 2:
Bauer gelingt es mit Hilfe eines kleinen Präsents, sich in die Gruppe von Joseph Wald einzuschleichen, um aber auch an der kurz bevorstehenden Aktion teilnehmen zu können, sind weitere drastische Maßnahmen nötig. Kim flieht inzwischen mit der kleinen Megan vor ihrem gewalttätigen Vater, als sie die Kleine für kurze Zeit allein gelassen hat, fehlt jedoch von ihr jede Spur. Inzwischen sind die Hochzeitsvorbereitungen im Hause Warner in vollem Gange. Es gelingt der zukünftigen Schwägerin, an Reza Naiyeer's Reisepass heran zu kommen. Dieser soll Aufschluss darüber geben, ob der zukünftige Bräutigam ihrer Schwester mit Terroristen in Kontakt steht. Währenddessen erfährt Bauer das Ziel des von Wald's Gruppe geplanten Anschlags: Das CTU-Gebäude in Los Angeles...
Wie zu erwarten entwickelt sich die Story rund um Jack Bauer's Ermittlungen durchaus spannend weiter, wenn auch der Spannungslevel noch weit von dem entfernt ist, was die ersten Folgen von Staffel 1 geboten haben. Dennoch gibt es einige durchaus packende Momente, noch überwiegt aber eher das generelle Interesse dafür, wie es ihm gelingt, die Gruppe zu infiltrieren, und weniger die Anspannung ob seines Auftrages an sich. Dennoch ist und bleibt die Geschichte rund um Bauer das Interessanteste an "24". Doch auch die Storyline rund um Palmer ist durchaus gelungen. Vor allem die Entscheidung, die ihm aufgrund des unnachgiebigen Reporters aufgezwungen wird, gibt der Folge einiges an Tiefgang. Ebenfalls toll ist die Tatsache, dass Mason aufgrund des bevorstehenden Anschlages quasi aus L.A. flüchten will. Allein dadurch, dass diese Figur sich zu diesem Schritt genötigt sieht, steigert sich die Spannung nochmal, und auch sonst ist es eine sehr nette Wendung, die aufzeigt, wie verschiedene Personen auf eine bedrohliche Situation reagieren.
Auf der negativen Seite haben wir zuerst mal Kim's Storyline. Wie mein Vorredner schon festgestellt hat, macht sie ihrer Haarfarbe wieder einmal alle Ehre. Anstatt an dem Kerl vorbeizufahren und sein hübsches Auto zu schneiden, rennt sie lieber mit der Kleinen im Schlepptau davon... wie sie es tatsächlich geschafft haben, schneller zu sein als er, ist mir ein Rätsel... Als sie ihn schließlich abgehängt haben, zieht es Kim vor, sich in einer Seitengasse zu verstecken, anstatt auf einer möglichst gut "besuchten" Straße zum nächsten Polizeirevier zu schlendern. Nun scheint die gute Kim 15 Minuten durch L.A. geirrt zu sein, um eine Telefonzelle zu finden (ok, ich gebe ja zu, das lag wohl eher wieder ein Problem des Echtzeitkonzepts, aber trotzdem *g*), wir erleben wieder mal das "Bitte Warten"-Syndrom bei einem Notruf, und natürlich erwischt der böse Kerl sie. Schließlich rennt sie auch noch frohen Mutes in eine Sackgasse... DER "Kopfschüttler" schlechthin. Alles in allem ist diese Geschichte rund um Kim wieder mal eher langweilig und störend, allerdings muss man fairerweise dazu sagen dass es noch längst nicht so schlimm ist wie in der 2. Hälfte von Staffel 1...
Schließlich gibt es auch noch einen 4. parallel verlaufenden Handlungsstrang, rund um eine Hochzeit und den recht verdächtig wirkenden Bräutigam, der bisher ebenfalls eher schwach ist. Vor allem, als die Schwester der Braut (ebenfalls blond!es vorzieht, die notwendigen Informationen aus dem Reisepass abzuschreiben anstatt sich diesen zu schnappen und sich eine Ausrede zu überlegen, wirkt doch ein wenig dumm. Zum Glück aber nimmt die entsprechende Handlung nicht sehr viel Zeit in Anspruch und bleibt insgesamt kurz genug, um keine allzu große Langeweile aufkommen zu lassen...
Fazit: Alles in allem geht es in der 2. Staffel doch deutlich gemächlicher los. Hoffen wir, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass die Macher nicht ein weiteres Mal ihr Pulver schon zu früh verschießen, sondern die Spannung diesmal lieber gemächlich steigern und einen Durchhänger vermeiden wollen, und nicht, weil ihnen die Ideen NOCH früher ausgegangen sind...
Wertung: 6/10
HAVE A NICE DAY
cornholio1980








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