Dann will ich mal auch meine Reviews posten:

10:00 - 11:00

Wald's Truppe bereitet sich auf den Anschlag auf das CTU-Gebäude in Los Angeles vor. Die Telefonleitungen werden gestört, mit Hilfe des daraufhin auftauchenden Servicewagens der Techniker planen sie, ins Gebäude zu kommen. Es gelingt Jack, sich kurz zurückzuziehen, aufgrund der Störung des Netzes kann er jedoch die CTU nicht warnen. Er versucht, den Präsidenten zu erreichen, und teilt die Informationen über den Anschlag dessen Beraterin mit. Diese will Palmer sofort informieren, wird jedoch von Chef des Verteidigungsministeriums daran gehindert, droht doch, wenn der Anschlag fehlschlägt, Bauer's Deckung aufzufliegen und die einzige Spur zur Atombombe verloren zu gehen. Als Palmer schließlich doch davon erfährt, wird die CTU sofort gewarnt, und auch Bauer ist es gelungen, Informationen über den Standort der Bombe an Almeda zu schmuggeln. Doch kommen diese Warnungen noch rechtzeitig?

Wie immer ist die Geschichte rund um Bauer einfach großartig. Um etwas über die Atombombe zu erfahren, darf er auf keinen Fall seine Tarnung auffliegen lassen, eben dadurch hat er jedoch im Endeffekt den Tod eines Unschuldigen mit zu verantworten, was ihn sichtlich mitnimmt. Auch schön, dass diese Szene nicht einfach nach einer Minute schon wieder vergessen, sondern auch später noch aufgegriffen wird, als er dem Freund des Opfers zur Flucht verhilft. Doch auch sonst weiß die Handlung rund um Jack zu überzeugen, sie ist sehr spannend und insgesamt wirklich gelungen. Nicht ganz mithalten kann da die Geschichte rund um die Beraterin des Präsidenten. Sie hat doch vollkommen richtig vermutet, dass der Chef des Verteidigungsministeriums mit allen Mitteln versucht zu verhindern, dass der Präsident vom bevorstehenden Anschlag auf die CTU erfährt, und lässt sich dennoch eine halbe Stunde lang recht einfach abwimmeln. Wenn sie Palmer diese Information wirklich so unbedingt zukommen lassen will, sollte man meinen, dass ihr das auch gelingt. Überhaupt arbeitet man hier teilweise ein bisschen zu sehr mit dem Klischee des bösen Militärs.

Auch Kim's Storyline bleibt eher schwächer, doch da sie in dieser Folge kaum Sendezeit wegnimmt, fällt sie diesmal eigentlich nicht negativ auf. Was man von der Handlung rund um die Hochzeit leider nicht behaupten kann. Vor allem das so absolut unverdächtige Verhalten der zukünftigen Schwägerin ist mir doch ordentlich auf die Nerven gegangen. Mir ist schon klar, dass sie verstört ist, dass sie Angst hat... aber ihr muss doch klar sein, dass der Bräutigam ihrer Schwester keinesfalls Verdacht schöpfen darf, da ansonsten erst recht etwas schreckliches passieren könnte. Aber nein, anstatt sich möglichst unauffällig zu verhalten, geht sie ihm lieber in herrlich auffallender Penetranz aus dem Weg...

Vollkommen überzeugen können hingegen die Handlungsfäden rund um Mason und die CTU. Mason's Storyline ist so schon spannend, aber als er schließlich verstrahlt wird und man am Ende erfährt, dass er nur mehr höchstens ein paar Tage zu leben hat... wow! Es zeigt wieder mal, dass bei "24" kein Charakter sicher ist, dass es jeden erwischen kann. Einerseits gefällt mir das, da nur so die Spannung aufrecht erhalten werden kann, andererseits tut es mir aber auch sehr leid, dass man dem Zuschauer dies unbedingt am Beispiel von Mason vor die Augen führen musste, ist doch der schrullig-egoistische George neben Jack Bauer mein Lieblingscharakter. Um ihn tut es mir jetzt schon sehr, sehr leid...

Was die Story in der CTU betrifft, ist vor allem die kleine Nebenhandlung rund um die recht nervöse Paula sehr gut gelungen. Man kann sich wirklich sehr gut in sie hineinversetzen und fühlt eine Sympathie für den Charakter, was für die weiteren Ereignisse ja nicht unwichtig ist. Womit wir schon beim Ende wären: Dieses ist ein wahrer Hammer. Ich war wirklich froh, dass die Folgen im Doppelpack gezeigt werden, weil 1 Woche Wartezeit nach diesem Cliffhanger wäre wirklich böse gewesen...

Von der Handlung einmal abgesehen ist alles auf dem üblichen hohen Niveau: Die Schauspieler liefern allesamt großartige Leistungen ab, die Inszenierung ist außerordentlich gut gelungen, gleiches gilt für die Musik. Und: Endlich hat die Uhr wieder den spannungssteigernden Effekt, wie man ihn aus den besten Folgen der 1. Staffel kennt.

Fazit: Mit dieser Folge dreht die 2. Staffel von "24" endlich so richtig auf. Was hier geboten wird, kann sich schon fast mit den besten Folgen der 1. Staffel messen...
Wertung: 9/10



11:00 - 12:00

Bauer erfährt, wo sich Wald aufhält, und erschießt daraufhin alle Beteiligten des Anschlags auf die CTU. Erst kurz zuvor hatte er erfahren, dass es Todesopfer gegeben hat, und er ist fassungslos, hat er doch das Büro des Präsidenten fast eine halbe Stunde vor der Explosion informiert. Der für die Verzögerung verantwortliche Verteidigungsminister wird indes von Palmer vor die Tür gesetzt. In der CTU indes versucht Almeda verzweifelt, Paula aus den Trümmern zu befreien. Sie ist die Einzige, die den Code kennt, mit dem die Informationen über den Anschlag bei der Übertragung zum Verteidigungsministerium verschlüsselt wurden. Schließlich gelingt es, sie zu befreien, doch es sieht nicht gut aus. Mason, der mittlerweile zur CTU zurückgekehrt ist, sieht keine andere Möglichkeit, Paula aufwecken zu lassen und sie zu befragen, wohl wissentlich, dass dies wohl ihren Tod bedeutet. Währenddessen trifft Jack Bauer bei Joseph Wald ein, dieser kann ihm jedoch entwischen und verbarrikadiert sich in einem kleinen Bunker. Jack versucht verzweifelt, hineinzugelangen bzw. Wald dazu zu überreden, ihn hineinzulassen, läuft ihm doch die Zeit davon. Schließlich gibt Wald klein bei, und Jack erhält von ihm Photos von der Person, die Wald und seiner Bande die nötigen Informationen über die CTU ausgehändigt und das Attentat eingefädelt hat. Er staunt nicht schlecht, als er die Frau erkennt: Es handelt sich um Nina Meyers...

Diese Folge ist sogar noch einen Tick besser als die vorangegangene. Jacks Handlung ist mal wieder der Höhepunkt der ganzen Folge: Zuerst erschießt er kaltblütig diejenigen, die den Anschlag auf die CTU durchgeführt haben, und ist dann nahe der Verzweiflung, als sich Wald verbarrikadiert hat, und er keine Chance sieht, ihn zum Herauskommen zu bewegen. Es sind diese Szenen, in denen Kiefer Sutherland wieder einmal sein großartiges schauspielerisches Können unter Beweis stellt, und die Macher von "24" ihr Gespür für Spannung und Dramatik.

Die Handlung rund um Präsident Palmer und den "Verrat" seines Verteidigungsministers kann dagegen keine Überraschungen bieten: Alles entwickelt sich so, wie es der Zuschauer erwartet, dementsprechend ist diese Story diesmal etwas weniger interessant ausgefallen. Ausgeglichen wird dies dadurch, dass die Geschichte um die Hochzeit diesmal wirklich überzeugen könnte, wird der Zuschauer doch laufend an der Nase herumgeführt, so dass ihm langsam aber sicher wirklich Zweifel kommen, ob der Bräutigam nicht doch ein netter Kerl ist, und man hier auf eine falsche Fährte der Macher hereingefallen ist. Die Handlung rund um Kim nimmt gerade mal 2 Minuten in Anspruch, und schafft es deshalb nicht, den Gesamteindruck der Folge zu trüben, auch wenn Kim's Verdächtigung der Kindesmisshandlung oder die gute alte "Feind hört mit"-Masche schon etwas an den Nerven zehren...

Die weitere Handlung in der CTU bietet dafür Hochspannung und Dramatik pur. Man versucht verzweifelt, Paula zu retten, und am Ende trifft Mason die Entscheidung, sie trotz des großen Risikos für ihr Leben aufzuwecken, um an den Codeschlüssel für die gesammelten Daten heranzukommen. Almeda ist darüber zwar alles andere als glücklich, muss aber eingestehen, dass dies möglicherweise die richtige Entscheidung ist. Hier heißt es wieder einmal: 1 unschuldiges Menschenleben gegen 2,5 Millionen. Dennoch, die Wahl fällt allen recht schwer, und das ist es, was diesen Handlungsstrang wirklich auszeichnet. Auch Mason trägt ordentlich zum positiven Gesamteindruck bei, hat er sich doch letztendlich dazu entschlossen, trotz seines bevorstehenden Todes wieder in die CTU zurückzukehren um Almeda und seinen Mitarbeitern beim Verhindern des Anschlags zu helfen. Die Wendung am Ende mit Nina dürften wohl die meisten erahnt haben, kam also insofern nicht unbedingt überraschend, dennoch wird dadurch noch einmal ordentlich Spannung erzeugt, die den Zuseher gespannt auf die nächste Folge warten lässt...

Fazit: Diesmal können die schwächeren Handlungsstränge auch nichts mehr daran ändern: Das war Unterhaltung auf höchstem Niveau!
Wertung: 10/10