Umfrageergebnis anzeigen: Wer geht Bluspenden

Teilnehmer
15. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, ich gehe Blutspenden

    7 46,67%
  • Nein, ich gehe nicht Blutspenden

    7 46,67%
  • Sonstiges

    1 6,67%
Ergebnis 1 bis 20 von 22

Thema: Wer geht Blutspenden?

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  1. #1
    Moderator Avatar von Amujan
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    Standard AW: Wer geht Blutspenden?

    Da dieses Thema durch mich bei uns kürzlich im CSD aufkam.. mein Posting aus einem anderen Forum:

    Da mir ja wiedersprochen wurde, habe ich mal einen Auszug aufgetan, der klipp und klar sagt, dass Homosexuelle und Bisexuelle Männer(!) nicht spenden dürfen, bzw. gespendetes Blut nicht verwendet werden darf. Hintergrund ist das sog. diagnostische Fenster - der Zeitraum zwischen möglicher Ansteckung und Nachweisbarkeit - in der selbst durch den obligatorischen Viren-Test aller Spenden ein Nachweis unmöglich ist. Infiziertes Blut wird nicht als solches erkannt.

    Daher dient diese Richtlinie zum sog. "Selbstausschluss", wenn man einer der aufgeführten sog. Risikogruppen angehört. Was mich daran stört und weswegen ich es als Thema vorgeschlagen habe, ist die blatante Diskriminierung und Gleichstellung mit Junkies und Prostituierten ausserdem wird eine generelle Promiskuität unterstellt, die noch dazu ausschliesslich (schwulen- und bi-)Männern quasi-vorgeworfen wird.

    2.2 Ausschluss von der Blutspende

    2.2.1 Kriterien für einen Dauerausschluss

    – Personen, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein
    gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes
    Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten
    (HBV, HCV oder HIV) bergen*

    *z. B. homo- und bisexuelle Männer, Drogenabhängige, männliche und
    weibliche Prostituierte, Häftlinge.
    Auszug aus den Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) gemäß §§ 12 und 18 des Transfusionsgesetzes (TFG) vom 19. September 2005 herausgegeben von der Bundesärztekammer. komplette Novelle

    siehe auch: PDF Blutspendezentrale Uniklinik Bonn Seite 2 unter "Aufklärung über Infektionskrankheiten". Wie dort zu erkennen ist, ist das Dokument vom August letzten Jahres und daher annehmbar auch immer noch aktuell. Falls es wirklich nichtmehr die aktuelle Verfahrensweise ist bitte ich um ne Quelle.

    Ansonsten sind diese Regeln sind grundsetzlich für alle Blutspendeeinrichtungen bindend und ich denke auch in allen Ländern mit WHO-Mitgliedschaft ähnlich gefasst (zumindest auch in den Staaten).

    Blood Drives (DRK kommt mitm mobilen Blutspendefahrzeug/in einen Raum aufn Campus oder zur Arbeit) werden z.B. auch hier gerade thematisiert.

  2. #2
    Mittlerer SpacePub-Besucher
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    133

    Standard AW: Wer geht Blutspenden?

    Zitat Zitat von Amujan Beitrag anzeigen
    2.2 Ausschluss von der Blutspende

    2.2.1 Kriterien für einen Dauerausschluss

    – Personen, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein
    gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes
    Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten
    (HBV, HCV oder HIV) bergen*

    *z. B. homo- und bisexuelle Männer, Drogenabhängige, männliche und
    weibliche Prostituierte, Häftlinge.
    Und wie wollen die das nachprüfen? Besonders das Sexualverhalten? Steht ja nicht immer auf der Stirn geschrieben!

    Find ich aber schön, dass wir Frauen gänzlich rausgelassen werden... Nur komisch, dass es auch erkrankte Frauen gibt, die nicht immer gleich Prostituierte sind..

    Ich war noch nie Blutspenden - früher zu dünn, heute zu stressig..
    pöh

  3. #3
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard

    @ghostwriter
    mich kann man da auch nicht mit geld locken. das verdien ich mir lieber anderswo. meine hauptgründe gegens blut-abzapfen sind ähnlich wie die von hmpf.


    Zitat Zitat von Sparky Beitrag anzeigen
    Und wie wollen die das nachprüfen? Besonders das Sexualverhalten? Steht ja nicht immer auf der Stirn geschrieben!
    jo, seh ich genauso. deswegen gibts ja auch immer wieder mal fälle, bei denen man sich mit einer blutkonserve krankheiten holt, von denen man vorher nicht mal zu träumen wagte.

    Find ich aber schön, dass wir Frauen gänzlich rausgelassen werden... Nur komisch, dass es auch erkrankte Frauen gibt, die nicht immer gleich Prostituierte sind..
    tja, deutsche doppelmoral at it´ts best. aber auf eins können wir hier ja immer noch vertrauen: sobald der erste fall einer aidskranken frau mit dem titel "DIE KILLERBLUTKONSERVE - AIDSVIREN VON DEUTSCHER HAUSFRAU INFIZIERTEN BRAVES SKATCLUBMITGLIED" in der blödzeitung steht, wird die politik reagieren.

    Ich war noch nie Blutspenden - früher zu dünn, heute zu stressig..
    kann ich mir gut vorstellen.

    .
    Geändert von Dr.BrainFister (08.07.2007 um 11:53 Uhr) Grund: rettet die wale
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  4. #4

    Standard AW: Wer geht Blutspenden?

    Zitat Zitat von Amujan Beitrag anzeigen
    Daher dient diese Richtlinie zum sog. "Selbstausschluss", wenn man einer der aufgeführten sog. Risikogruppen angehört. Was mich daran stört und weswegen ich es als Thema vorgeschlagen habe, ist die blatante Diskriminierung und Gleichstellung mit Junkies und Prostituierten ausserdem wird eine generelle Promiskuität unterstellt, die noch dazu ausschliesslich (schwulen- und bi-)Männern quasi-vorgeworfen wird.
    Inwiefern hat eine Risikogruppe etwas mit den Anderen zu tun? Die erhöhten Ansteckungsraten bei verschiedenen Risikogruppen haben ja unterschiedliche Gründe, die man nicht gleichsetzen kann - die Folgen dessen aber schon. Sicherlich gibt es monogame Schwule, Junkies die nur unter ärztlicher Aufsicht mit sauberen Spritzen hantieren, und Prostituierte die besonders auf STD's achtgeben - Individuen also, die vielleicht sogar eine niedrigere Infiziertenrate aufweisen als die Durchschnittsbevölkerung. Sie alle teilen aber das "Pech", Mitglied einer peergroup zu sein die im Querschnitt ein wesentlich erhöhtes Infektionsrisiko aufweist.

    Hier stellen sich mir zwei Fragen:
    1.) Wie soll der Blutspendedienst überprüfen können wer beispielsweise schwul ist oder als Prostituierte(r) arbeitet. Das steht ja den Wenigsten auf die Stirn geschrieben.
    2.) Welchen alternativ gleichermaßen effektiven aber nicht "diskriminierenden" Weg gäbe es Deiner Meinung nach, um dem höheren Risiko bei den genannten Risikogruppen zu begegnen? Also eine Methode, die praktisch umsetzbar ist. Letztlich geht es in dem Transfusionsgesetz ja nicht darum Menschen zu diskriminieren, sondern das Risiko verseuchter Blutspenden zu minimieren.

    Ich zitiere mal Wikipedia zur HIV-Infiziertenrate (und ich hoffe die Zahlen in dem Schmier-lexikon sind korrekt, ansonsten bitte korrigieren):

    [...] insgesamt lebten ca. 56.000 HIV-infizierte Menschen in der Bundesrepublik, davon 47.000 Männer und 8.500 Frauen sowie ca. 400 Kinder. 8.700 von ihnen leben mit Aids.

    Von den 2.700 Neuinfizierten waren ca. 81 % Männer; geschätzte 70 % von ihnen sind Männer, die Sex mit Männern hatten, 20 % waren Übertragungen durch heterosexuellen Sex, 9 % Infektionen durch infizierte Spritzen bei Drogenmissbrauch und 1 % Übertragungen von der Mutter auf das Kind, meist während der Geburt.[...]

    Mehr als 80 Prozent sind Männer und nahezu 70 Prozent der Gesamtzahl sind Männer, die gleichgeschlechtliche Kontakte hatten. Das Infektionsrisiko für diese Männer ist damit doppelt so groß wie vor fünf Jahren − und so hoch wie seit dreizehn Jahren nicht mehr.


    Ich habe einmal nachgegoogelt, und je nach Studie schwankt die Rate von aktiv homo- und bisexuellen Männern etwa zwischen 2% und 5% der männlichen Bevölkerung. Geht man mal vom hohen Wert 5 % aus, so wären das 2,5 % der Gesamtbevölkerung - die 70 % der Infiziertenrate ausmachen. Demnach (wenn die Zahlen korrekt sind) hätte die peergroup "Homo- und bisexuelle Männer" ein HIV-Infektionsrisiko das mindestens 28-fach oder 2800% über dem des Durchschnitts liegt.

    Du wirst nicht abstreiten können, dass es aus rein medizinischen Gründen absolut Sinn macht, eine Gruppe mit einem so immens erhöhten HIV-Risiko von der Blutspende auszuschließen. Daher meine Frage, wie Du dieser drastisch erhöhten Gefahr genauso effektiv begegnen willst, wenn es kein Spendeverbot für gesamte peergroups mehr gäbe.

    Diskriminierung ist ein sehr heikles Themengebiet, und bestimmte Sachverhalte sind oft nicht leicht als klare Diskriminierung feststellbar. In diesem Fall (Ausschluss schwuler und bisexueller Männer von der Blutspende) fehlt z.B. ein ganz wesentliches Merkmal der Diskriminierung - das Motiv. Denn das Motiv für den Ausschluss dieser peergroup ist nicht, Schwule und Bisexuelle grundlos zu diskriminieren, sondern das Risiko verseuchter Blutspenden zu minimieren - ein nachvollziehbarer medizinischer Grund.

    Natürlich ist es verständlich dass man als Mitglied einer peergroup dieses Verbot persönlich nimmt - das ist aber sicherlich nicht die Intention des Transfusionsgesetz.

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