Zitat Zitat von Simara Beitrag anzeigen
Auch wieder eine sehr gute Folge, wenn auch etwas vorhersehbar.
Tja, damals vor mehr als 10 Jahren war ich halt noch unwissend und naiv - weil mich hatte die Wendung am Ende eiskalt erwischt. Zur damaligen Zeit hätte man mit so einem düsteren Ende in einer Fernsehserie am samstag abend auch nicht gerechnet...

Die Eltern haben mich sehr stark an die Zeugen Jehovas erinnert.
Ist wohl kein Zufall, wobei mir die Herangehensweise an diese Folge gut gefallen hat. Sonst ist es doch oftmals so, wenn man solche Geschichten hört, dass man die eltern für unverantwortlich hält und sich fragt, wie sie das ihrem Kind nur antun können. Verlagert man das in eine außerirdische Rasse über die man nichts weiß, fällt es schwerer, ihren Glauben als Aberglauben abzutun. Niemand kann wissen, keiner von uns, nicht Sinclair, nicht Franklin, ob die Eltern nicht recht haben und sie tatsächlich so beschaffen sind, dass eine tiefere Wunde ihre Seele entweichen lässt. Eben das gefällt mir (unter anderem) an dieser Folge so.

Interessant war auch, dass der Vater sagt: "Wir dachten, die Minbari sind die intelligentesten aller Völker". Warum gehen sie dann aber als letzte zu D'Lenn?
Vielleicht haben sie bei ihr als letztes einen Termin bekommen? Oder wollten sie sich einfach als letztes Ass im Ärmel behalten?

Dr. Franklin ist ziemlich hochmütig als er die Religion als Irrglauben bezeichnet. Von da an war klar, dass es eine Folge wird Glauben gegen Wissenschaft.
Jupp, und das absolut geniale für mich an dieser Folge ist, dass sie darauf keine klare Antwort bietet. Hat Shon wirklich seine Seele verloren? Oder ist er tatsächlich geheilt? Dies zu beantworten obliegt dem Zuschauer...

Es war mir klar, dass Dr. Franklin trotzdem operiert. Er wollte das richtige tun, hat aber über die Folgen nicht ausreichend nachgedacht. Er war zu kurzsichtig.
Kurzsichtig ist das falsche Wort. Nachdem er an so etwas wie eine Seele nicht glaubt, sah er keinen Schaden darin, zu operieren. Was sollten die Eltern schon tun? Seiner Ansicht nach hat er keine Seele oder kann sie zumindest durch den Eingriff nicht verlieren - seine Eltern werden dies sehen und im Endeffekt zugeben müssen, dass er recht hatte, und alle sind glücklich. Dass die Eltern so reagieren würden konnte er aus seinem Standpunkt heraus gar nicht in Betracht ziehen.

Und das schöne ist ja: Alle haben aus ihrem jeweiligen Standpunkt heraus recht und das richtige getan.

Mal abgesehen davon, dass es eine Frechheit gegenüber Sinclair war, der eine Entscheidung gegen die OP getroffen hat.
Als Doktor sah er sich wohl letztendlich seinem Eid gegenüber mehr verpflichtet als Sinclair.

Franklin war sich nicht mal sicher, wie der Körper dieser Rasse auf die OP reagiert.
Also wie der KÖRPER reagiert, war ihm wohl klar. Er sagte ja immer dass es ein leichter, problemloser Eingriff ist. Körperlicher Schaden war nie das Thema.

Erstaunlich, dass er vor der OP ein Stoßgebet gen Himmel schickt.
Jupp, eines der vielen kleinen Highlights dieser Folge. Er glaubt zwar nicht wirklich daran, aber um auf Nummer sicher zu gehen denkt er sich wohl "Schaden kann's auch nicht".

Die ganze Zeit nach der OP hatte ich das Gefühl, dass der Junge die Folge nicht überleben. Wenn er nicht durch eigene Hand stirbt - bei der Ablehnung der Eltern - dann eben mithilfe der Eltern.
Gut vermutet.

Und auch hier wieder: Hätte sich Franklin nicht vorher über die Sitten und Gebräuche informieren können?
Ich glaube er hatte zuvor andere Sorgen. Außerdem hätte das Ende der Folge sonst nicht funktioniert

Der Dialog zwischen Franklin und Sinclair im Garten ist Dynamit. Und genau deshalb gefällt mir die Folge.
Echt? Für mich war es das knallharte Ende mit dem Jungen. Das ging mir damals dermaßen unter die Haut...

Franklin: "Ohne Glaube ist Leben sinnlos". Das hätte ich nach dem Anfang der Folge nicht erwartet. Müssten hier nicht sämtliche Atheisten aufschreien?
Wie nevermore schon gesagt hat meint er hier nicht den religiösen Glauben, den Glauben an eine höhere Macht. Man kann an viele Dinge glauben, so sehr die Kirchen dieser Welt auch versuchen mögen, das Wort bzw. generell den glauben für sich zu vereinnahmen . Man kann an das gute im Menschen glauben, daran dass wir uns ändern können, dass die Dinge besser werden können. Auch ich habe Franklin hier so verstanden, dass er den Glauben an eine bessere Zukunft meint. Und das statt "faith" vielleicht "hope" das vom Sinn her passendere Wort gewesen wäre.

Die Menschen halten sich für was Besonderes .... und wollen den anderen helfen. Selbst dann, wenn diese sich gar nicht helfen lassen wollen bzw. diese Hilfe nicht brauchen. Weil der Mensch seine Maßstäbe zu gern auf andere überträgt.
Jupp. Viele von uns sprechen immer über Toleranz - aber wie tolerant sind wir denn wirklich, bei anderen Sitten, anderen Religionen?

Franklin musste am Ende der Folge durch eine harte Schule, aber das hat er verdient.
Soweit würde ich nicht gehen. Er hat nur aus gutem Willen gehandelt, er wollte diesen Jungen heilen. Finde nicht, dass ihm diese Watsche am Ende gebührt hat.

Mit seinem Willen, alles besser machen zu wollen, hat er es nur kurzzeitig verschlimmert.
Na ja, ich weiß nicht... der Junge wäre so oder so gestorben, also großen Schaden hat er wohl im Endeffekt nicht wirklich angerichtet.

Ich möchte nochmal kurz auf den Satz: "Ohne eine Seele ist es kein Leben, das Wert hat" zurückkommen. Ist das der Grund, warum den Tieren eine Seele abgesprochen wird? Machen wir es uns damit leichter, sie zu töten, weil sie ja keine Seele haben und damit wertlos sind.
Gut möglich...

So kanns weitergehen, dann werd ich doch noch Fan
Zur Vorwarnung: "Ein Wiedersehen mit Folgen" ist wieder deutlich gewöhnlicher - mir persönlich ist sie viel zu gewöhnlich für B5. "Mit allen Mitteln" und "Visionen des Schreckens" sind dann aber meines Erachtens wieder wirklich gut. Dann kommt ein kleiner Durchhänger bis zum "Angriff der Aliens", den du am besten so schnell wie möglich hinter dich bringst, ehe du die Motivation verlierst .

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Huh? Haben wir die selbe Folge gesehen?
Sepia's Meinung war schon immer etwas seltsam, hier konnte ich es aber sogar halbwegs nachvollziehen. "Die Gläubigen" hat die Fans schon immer gespalten - entweder man liebt sie, oder man hasst sie. Sepia fiel halt leider in die zweite Kategorie - und damit war und ist sie beim besten Willen nicht die Einzige. Christian Langhagen z.B., der für die TV Highlights einen B5-Guide herausgebracht hat, schrieb ebenfalls eine vernichtende Kritik darüber. Viele haben sich auch daran gestört, dass JMS hier mit seinem Versprechen "no cute kids" angeblich gebrochen hätte, und haben sich ungemein daran aufgehängt, so als wäre es eine Todsünde und würde dieser Ausspruch meinen, dass bei B5 nie nie nie niemals ein Kind vorkommen dürfte. Na ja... wenn sie meinen...

Der Tod von Tasha Yar vielleicht?
Wie nevermore schon richtig gesagt hat, die war schon lange kein Kind mehr . Außerdem war das nur bedingt eine kreative Entscheidung, immerhin wollte die Schauspielerin die Serie ja verlassen...

Die Geste fand ich süß. Und noch süßer fand ich, dass der Junge mitgespielt hat Mitunter sind die Kinder doch erwachsener als man denkt.
Jupp, eine herrliche Szene.

Aber eigentlich war das ein riesen Fauxpas. Ist euch aufgefallen, dass laut Glauben der "Believers" sie aus einem riesigen Ei kommen!!!
Ich sah das nicht aus Faux Pax, sondern glaube, Franklin hat das Ei bewusst deshalb ausgewählt. Er dachte sich wohl, aufgrund der Herkunft dieser Aliens könnte sich Shon damit besonders gut identifizieren.

Wobei: Dass die Eltern gegenüber Delenns Entscheidung unverständig waren fand ich nicht richtig. Gerade die Eltern sollten Entscheidungen auf Glaubensbasis am besten verstehen. Oder nicht?
Ich denke, es war auch weniger Entrüstung über ihre Entscheidung denn über die grausame Ironie des Schicksals

Jaha, ich bin eine Happy-End-Bitch.
Das könnte bei B5 gelegentlich zum Problem werden