Ich fand "Die Heilerin" ok. Sie war zwar nicht wirklich etwas besonderes, aber imo deutlich besser als TKO oder Grail.
Das mit dem Tod der Persönlichkeit ist ein interessantes Dilemma. Wann eine Person als „tot“ zu betrachten ist, hängt davon ab, was letztlich die Person ausmacht: Die Erinnerungen, die Seele, der Körper? Dann ist da die Gerechtigkeitsfrage. Wenn eine Person tot ist, ist keine Wiedergutmachung für ihre Verbrechen möglich, ebenso, wenn sie den Rest ihres Lebens in einer Zelle lebt. Außerdem trägt die neue Persönlichkeit die Konsequenzen für Verbrechen, die sie nicht begangen hat. Und ein Teil der neuen Persönlichkeit wird die neue Aufgabe als ihren Lebensinhalt betrachten und der Gesellschaft mit Freuden dienen – kann man dies als Bestrafung betrachten?
Was die Charaktere betrifft, fand ich die Entwicklung Franklins durchaus gelungen. Auch hier wieder, nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal, umgeht er um seiner medizinischen Ethik Willen Stationsregeln. Anders als in Believers hier mit positivem Ausgang. Und auch hier wieder wird er, wie schon in Soul Hunter, mit dem Unerklärlichen konfrontiert und kann hier zeigen, dass er kein wissenschaftsfanatischer Betonkopf ist. Die Art, wie hier diese beiden Charakterzüge von der anderen Seite beleuchtet werden, hat mir gut gefallen.
Die Sache mit Müller fand ich jetzt nicht so toll inszeniert; ich glaube zwar schon, dass es solche Leute tatsächlich gibt, aber durch die Wahl eines so extremen Charakters besteht schon die Wahrscheinlichkeit, dass die Botschaft der Episode eher in Richtung "pro Todesstrafe" ausgelegt wird. Auch dadurch, dass die Gegenspielerin Laura Rosen als moralisch makellos dargestellt wird. Dabei kann man sich durchaus streiten, ob es nicht möglich gewesen wäre, Müller mit diesem Gerät nur bis zur Bewusstlosigkeit zu bringen und nicht gleich zu töten. Und Rosen hatte klar die Absicht, ihn zu töten.
Das Subplot mit Londo und Lennier war lustig und wieder ist Lennier der Comic Relief - eine Entscheidung, die ich sehr gut finde, denn die Minbari laufen öfter Gefahr, zu seriös und unberührbar herüberzukommen. Insgesamt 3/5.





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