Nachdem ich bei den letzten Durchläufen die Doppelfolge immer am Stück angeschaut habe, habe ich's diesmal im Zuge von ReVisited so gemacht, wie es damals auch bei der TV-Erstausstrahlung war, und werde die Fortsetzung daher erst nächste Woche ansehen. Daher hier erst mal die Beurteilung des 1. Teils.

Wenn Kaff schreibt (oder schrieb), es würde nicht viel geschehen, kann ich diesen Eindruck nicht so recht bestätigen. Tatsächlich finde ich sogar, dass sich die Ereignisse förmlich überschlagen. Wir erfahren von der bevorstehenden Zerstörung der Station. es gibt ein Wiedersehen mit Sinclair, der sich zudem als der Anführer der Ranger entpuppt. Wir erfahren, was mti Babylon 4 passiert ist, in welchem Krieg die Station gebraucht wird, und dass dieser Konflikt 1000 Jahre in der Vergangenheit auch entscheidend dafür ist, den aktuellen Krieg gegen die Schatten zu gewinnen. Wir sehen auch, wie die große Maschine möglicherweise genau jenen Zweck erfüllt, für den sie ursprünglich gebaut wurde. In den Rückblenden auf frühere Ereignisse und Zukunftsvisionen wird zudem wieder einmal deutlich, wie gut durchdacht Babylon 5 ist. Und wenn man weiß, dass sich durch Sinclair's Ausstieg wohl zweifellos auch die Auflösung der Handlung aus "Verloren in der Zeit" geändert hat, ist es um so beachtlicher, wie gut sich die Puzzleteile nach wie vor zusammenfügen. Ach ja, und den grandiosen ausblick auf die Zukunft, mit einem hasserfüllten Londo und einem zerstören Centauri Prime wollen wir natürlich auch nicht vergessen.

Es gab zahlreiche tolle Szenen und Momente. Schon allein Ivanova's Aufzeichnung bei der Zerstörung der Station lässt es mir jedes Mal kalt den Rücken runterlaufen. Eine starke Szene, die auch die Bedeutung der bevorstehenden Mission deutlich macht. Zugleich wird auch klar, dass Sinclair - woher auch immer - zu wissen scheint, dass er nicht zurückkehren wird. Damit wird dem Zuschauer auch bewusst, dass dieses - willkommene - wiedersehen nicht von Dauer sein wird. Aufgrund der Fülle an Informationen, AUflösungen etc. die hier untergebracht werden müssen, entwickelt sich die Handlung meines Erachtens ungemein schnell, so dass man danach eher den Eindruck hat, mehr als eine Stunde an unterhaltung erlebt zu haben, und nicht "nur" 40 Minuten. Eine grandiose Episode, die viele Fragen beantwortet, und natürlich zugleich auch wieder einige neue aufwirft.
10/10