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Thema: Ilium & Olympos

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  1. #1

    Standard AW: Ilium & Olympos

    Ich kenne zwar die beiden Bücher nicht, aber lese gerade The Fall of Hyperion (und habe natürlich zuvor Hyperion gelesen) vom gleichen Autor. Zumindest Hyperion gilt ja, wenn ich das richtig verstehe, eigentlich bereits als Klassiker, die Frage ist also beantwortet. ;-) Allerdings gibt es ein oder zwei größere Plotholes...

    Simmons' Stil finde ich zwar nicht schlecht, aber jetzt auch nicht herausragend gut. Aber ich bin stilistisch auch schwer zu beeindrucken - mein Lieblingsautor in der SF ist Gene Wolfe. *g* Was mir aber sehr gefällt, ist der Ideenreichtum, der in den beiden Büchern steckt.

    Worum geht es denn in Ilium und Olympos? Erzähl mal! Vielleicht sollte ich die ja auch auf meine Leseliste setzen...

  2. #2
    Criss
    Gast

    Standard AW: Ilium & Olympos

    Hm...tja, wie fang ich da am besten an..von vorn...ich zitiere als erstes mal den Klappentext:

    "Thomas Hockenberry, ehemaliger Professor für Philosophie an der University of Indiana, wird nach seinem Tod zusammen mit einigen Fachkollegen von den Göttern des Olymp auerwählt, im Auftrag der Muse Melete als Kriegsberichterstatter in Ilium tätig zu werden. Als so genannter Scholiker mit raffinierten High-Tech-Geräten ausgestattet, die es ihm ermöglichen, mitten Im Kampfgetümmel zu erscheinen und in Sekundenbruchteilen wieder zu verschwinden, soll er der Muse Zeugnis geben von den Wechselfällen des Trojanischen Krieges. Hockenberry kennt die "Ilias" allerdings zu genau, um nicht zu bemerken, dass sich zwischen dem, was er sieht, und den Versen Homers gewaltige Diskrepanzen auftun. Hat sich der berühmte griechische Epiker in sträflicher Weise dichterische freiheiten erlaubt, oder befindet sich Hockenberry etwa im falschen Krieg? Die Wahrheit ist viel erschreckender: Hockenberry wurde nicht etwa auf dem griechischen Olymp wiedererweckt, sondern auf dem Olympus Mons, dem höchsten Berg des Mars. Und es hat ihn nicht in die Antike, sondern in eine ferne Zukunft verschlagen, in der schon vor Jahrhunderten das nackte Grauen Einzug gehalten hat..."

    Soweit der Klappentext. Dies ist ein Handlungsstrang von dreien. Im zweiten macht sich eine Gruppe Moravecs auf eine geheime Mission zum Mars, um merkwürdige Vorgänge zu überprüfen. allerdings verläuft die Mission anders, als geplant.

    Der dritte Handlungsverlauf beginnt auf der Erde. Nur noch einige hunderttausende Menschen leben bis zum 99sten Lebensjahr, und steigen danach zu den "Ringen" auf. Harman, der einzige Mensch, der lesen kann, mißtraut der ganzen Sache und macht sich mit drei anderen auf die Suche nach der Wahrheit...

    Am Anfang verwirren diese drei völlig verschiedenen Handlungen etwas, und das Namenregister erweist sich als unverzichtbar, weil man vor allem am Anfang bei den ganzen Göttern, griechischen Helden, Moravecs und Normalsterblichen schnell die Übersicht verlieren kann. Doch die Geschichte gewinnt rasch an Geschwindigkeit, und auf jeder Seite verblüfft Simmons mit neuen Einfällen und Ideen. Die Kenntnis der "Ilias" ist nicht notwendig, aber es erleichtert die Sache etwas und erhöht das Lesevergnügen, wenn man sich ein wenig in der Geschichte des trojanischen Krieges auskennt, und auch die Götter der griechischen Mythologie in etwa zuzuordnen weiß.

    Die beiden Bücher gehören zusammen; "Olympos" knüpft nahtlos dort an, wo "Ilium" endet. Ich lese sie gerade zum zweiten Mal, und das sollte man vielleicht auch, da man beim ersten Mal von der Fülle der Namen beinahe erschlagen wird, man entdeckt noch einige Kleinigkeiten, die einem entgangen sind, weil man zu sehr damit beschäftigt war, nicht den roten Faden zu verlieren. Ich kann die komplexe Story jetzt noch einmal richtig genießen, und viele Zusammenhänge sind jetzt klarer.

    Simmons schreibt ja auch Horror; das merkt man den Büchern an. Die Schlachtszenen sind bis ins Detail beschrieben, und stellenweise mit bösem schwarzen Humor durchtränkt. Wenn "Troja" so verfilmt worden wäre, hätte der Film nie eine breitere Öffentlichkeit erreicht; von einer FSK- Freigabe ganz zu schweigen...

    Ich finde, es lohnt sich, die Bücher anzutesten.
    Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen, Gruß,
    Criss

    P.S. zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich die "Hyperion"- Bände noch nicht gelesen habe, aber sie stehen schon lange auf meiner Liste. Im nächsten Urlaub sind sie fällig...

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