Als Mensch, sollte man sich generell kritisch mit allem auseinandersetzen und dabei aber auch neuen Technologien und ihren Verbreitern zunächst einmal zugestehen, dass sie aus wirtschaftlichen Interessen heraus agieren. Jedes Unternehemn das das nicht tut, macht etwas falsch. Was im Gegenzug aber auch bedeutet, dass man zukünftige Kunden nicht willentlich Dingen aussetzt, die dem eigenen Ruf und Einkommen schaden (long tail).

Das "Nutzerverhalten" durch Rückantwort zu analysieren ist im gesamten Netz, bei jedem Account der mit eBusiness zu tun hat verbreitet, das geht von tatsächlichem Interesse Produkte zu verbessern auch dazu sich personalisiert auf Kunden einzustellen, seien es Amazon-APIs oder iTunes Store-Vorschläge (jetzt mit Genius in iTunes 8 noch ein Cloud-Dienst, der das tut). Geschmack in Algorithmen zu verpacken ist das erklärte Ziel. Und das auch in jedem der ach so webzwonulligen sozialen Netze, last.FM macht's mit Musik und auch nicht erst seit gestern.

Kundenkarten, Payback und Konsorten machen in der realen Welt auch nichts anderes, als jeden Kaufvorgang zu erfassen und so das Angebot auf den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Kaufenden und damit Kosten zu senken. Über Sinnhaftigkeit darf gestritten werden, schliesslich denke ich: die Menschen wissen nicht was sie wollen, ob im Kaufhaus, der Suchmaschine oder dem TV. Ok, das is alles nicht 1:1 übertragbar und ich schweife auch tierisch ab.

Also: nur weil man einem Produkt kritisch gegenüerstehen sollte, heist das nicht, den zugrunde liegenden Gedanken an sich schlimm finden zu müssen. Immerhin ist der Sourcecode offen und welcher Browserhersteller kann das schon von seiner Rendering Engine behaupten? Und genau das ermöglich es eben jedem Versierten sich einen eigenen Browser zu basteln oder basteln zu lassen und ihn Fort Knox zu nennen.

Ich finde jede Kritik gerechtfertigt, nur nicht die Art und Weise wie sie vorgebracht und gegen-gehypt wird, denn Chrome macht absolut nichts Neues, was nicht Microsoft, Apple, Mozilla oder jede andere "Technologie"-Firma über das Netz schon von seinen Nutzern erfahren wollte. Das macht es nicht richtiger, aber auch nicht schlimmer, zumal es dem Nutzer ja zumindest gefühlt einen tatsächlichen Nutzen besonders hinsichtlich Benutzbarkeit der Geschwindigkeit bringt. Ist man bisher auch ohne ausgekommen muss man sich eben fragen: "Brauch ich das?"

Wenn man das nicht hinnehmen kann sollte man mindestens die Fähigkeit der Programmierer respektieren, eine komplett neue JavaEngine entworfen und zum Laufen gebracht zu haben und auch hinsichtlich der mehr-Prozess-Anwendung mal etwas Neues in dem Bereich probiert zu haben. Denn der Ansatz macht zumindest theoretisch viel Sinn.

Naja etwas Abstand rückt das Geschehen für mich jedenfalls noch lange nicht in orwellsche Regionen, vielleicht bin ich auch einfach zu optimistisch.