Ich stimme dir grundsätzlich zu, wenn du Wirtschaftsunternehmen zugestehst, auch wirtschaftlich zu denken. Es ist nur natürlich, wie Google sich verhält. Welches Unternehmen würde an Googles Stelle anders handeln? Deinen dahinterstehenden Optimismus teile ich dagegen nicht (Überaschung).
Mir gefällt die Stoßrichtung nicht, in die die Bestrebungen großer Unternehmen gehen, ihre Kunden an sich zu binden, zu verblenden und für sich transparent zu machen. Das hat Nebeneffekte, man könnte auch das viel strapazierte Wort "Synergien" verwenden, die weit über den Konsumbereich hinausgehen. Datensammlungen neigen zum einen leider dazu, begehrliche Blicke von "anderen" zu wecken. Dadurch gewinnen sie einen nicht geringen finanziellen Wert - durch die sogenannten "dunklen Einwohnermeldeämter" gesammelte aktuelle Meldedaten verkaufen sich sehr gut, um nur ein Beispiel zu nennen - es gibt auch immer wieder Fälle, wo solche Daten auf welchen Wegen auch immer in die "falschen" Hände geraten und noch mehr "missbraucht" werden, als es zielgerichtet z.b. das Unternehmen betreibt, das sie überhaupt erst gesammelt hat. Solche Datenskandale sind ja zuletzt in aller Munde...
Zum anderen besteht der wirkliche Wert von Daten ja nicht in ihrer Existenz, sondern in ihrer Anwendung - sprich der Vernetzung mit anderen Daten, der Schaffung von komplexen Profilen...
Das schweift ab und führt letztendlich zuweit.
Mir geht es darum, dass ein mündiger Bürger versuchen sollte, *einigermaßen* die Kontrolle darüber zu behalten, was mit seinen Daten geschieht. Das beinhaltet durchaus, dass man *selbst* Daten preisgibt, die für einen nicht sensibel sind und durchaus auch Firmen eingesteht, diese zu nutzen. Warum nicht? Man kann sich ja nicht völlig abkapseln und als paranoider Verschwörungstheoretiker im Wald hausen. Obwohl...
Der springende Punkt hierbei ist der Aspekt der Kontrolle. Ich kontrolliere als mündiger Mensch, was ich preisgebe und was nicht. Wenn nun ein Unternehmen mich auf eine Weise "hintenrum" beschnüffelt, die zumindest im Computersektor für ein rennomiertes Unternehmen eine neue Qualität darstellt (und das behaupte ich im Falle von Google Chrome, insbesondere in Bezug auf die Einzeluser-Installation und die weiter nach Hause funkenden Deinstallationsrückstände), dann finde ich das "nicht gut".
Darüber hinaus (wieder zuweit führend) gibt es natürlich vor der Grundsatzgefahr zu warnen: Je mehr wir uns an die ausartende Datensammlerei gewöhnen, je mehr wir unsere Mündigkeit darüber freiwillig aufgeben, desto mehr kann "man" mit uns machen - und das nicht nur aus der Wirtschaft heraus, sondern auch aus der Politik, insofern sich das noch differenzieren lässt.
*unk*







).
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