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Thema: Der Baader Meinhof Komplex

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  1. #1

    Standard AW: Der Baader Meinhof Komplex

    Zitat Zitat von Teylen Beitrag anzeigen
    Allgemein fand ich die Art und Weise wie der Staat gerade beim Besuch des Schah agierte erschreckend. Die Darstellung der Entwicklung der Rasterfahndung hinterlaesst ein ungutes Gefuehl. Die Haftbedingungen erwecken den Eindruck der Unverhaeltnismaessigkeit, sowohl die Isolationshaft als auch die Zusammen Fuehrung. Der Prozess wirkte wie ein Schauprozess.
    Dazu gab es erst vor zwei Tagen einen interessanten (wenn auch viel zu vagen) Artikel im Spiegel:
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...691931,00.html

    Dieses Instrument, Täter kollektiv wegen Mordes zu verurteilen ohne tatsächlich im Einzelfall nachzuweisen dass derjenige auch tatsächlich gemordet hat und nicht nur Beihelfer war (beim Strafmaß immerhin ein erheblicher Unterschied!) kann man nur als sehr bedenklich einstufen.

    Auch die neuerlichen Ermittlungen und U-Haft gegen Verena Becker - die immerhin vor 20 Jahren bereits ihr Lebenslänglich abgesessen hat - kann man eigentlich nur im Kontext einer politisch motivierten Justiz sehen. Diese Justiz hat selbst Jahrzehnte später noch nicht mit der RAF abgeschlossen, und ich kenne keinen anderen Fall in dem die Justiz derart hart und ausdauernd gegen (mutmaßliche) Mörder vorging.

    Wenn man diese nicht anders als hysterisch zu bezeichnende Behandlung des Linksterrorismus dann damit vergleicht wie lax der Ohnesorg-Fall aufgearbeitet wurde (bzw. nicht aufgearbeitet wurde) - oder in jüngster Zeit der "Kollateralschaden" Tennessee Eisenberg - dann ist wohl klar woher der Wind in unseren Gerichtssäälen und Staatsanwaltschaften wehte - und noch immer weht.

    Man denke dabei nur mal an die tatkräftigen Bemühungen unserer aktuellen Regierung, den Linksextremismus mit dem Rechtsextremismus gleichzusetzen. Das passt ins Bild.

  2. #2
    Die Super-Checkerin Avatar von Teylen
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    Standard AW: Der Baader Meinhof Komplex

    Zitat Zitat von DerBademeister Beitrag anzeigen
    Dazu gab es erst vor zwei Tagen einen interessanten (wenn auch viel zu vagen) Artikel im Spiegel:
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...691931,00.html

    Dieses Instrument, Täter kollektiv wegen Mordes zu verurteilen ohne tatsächlich im Einzelfall nachzuweisen dass derjenige auch tatsächlich gemordet hat und nicht nur Beihelfer war (beim Strafmaß immerhin ein erheblicher Unterschied!) kann man nur als sehr bedenklich einstufen.
    Das war nicht die bedenken die mir beim sehen kamen.
    Das die Personen die Verdächtig waren und im Fokus des Films standen die Verantwortung für das begehen terroristischer Handlungen haben und damit die Verantwortung für die entsprechenden Morde, Entführungen sowie Straftaten, selbst wenn sie nicht direkt begangen wurden habe ich nicht angezweifelt.

    [Meines Erachtens sind sie zur Verantwortung zu ziehen da andernfalls die Logik greifen würde von wegen "Bringst du einen um ist es Mord [und falsch] bringst du viele (indirekt) um ist es Revolution [und richtig]"]

    Was mich dort irritierte war das man die Bande
    * In Einzelhaft sperrte
    Obwohl eine normale Haft es auch getan hat
    * Ihnen dann quasi eine "Kommune" einrichtete
    Obwohl eine normale Haft angemessener gewesen wäre

    Das darüber hinaus keine Verteidiger gestellt und offensichtlich ein Schauprozess geführt wurde.

    [..] ich kenne keinen anderen Fall in dem die Justiz derart hart und ausdauernd gegen (mutmaßliche) Mörder vorging.
    Ich halte es irgendwo für üble Polemik im Kontext der Morde der RAF ein mutmaßlich bei zu schieben.
    Begangen und zu Verantworten sind sie schließlich von (Mitgliedern) der RAF und die Justiz muss ein Interesse daran haben diese aufzuklären.

    Da im Vergleich, gerade zur heutigen Justiz, den Ohnesorg-Fall heran zu ziehen erscheint mir sehr absurd. Es ist wie der Versuch der Demontage der amerikanischen Justiz anhand der Nürnberger Rechtsprechung.

    Man denke dabei nur mal an die tatkräftigen Bemühungen unserer aktuellen Regierung, den Linksextremismus mit dem Rechtsextremismus gleichzusetzen. Das passt ins Bild.
    Den Stern Bericht zu den diesjährigen 1 Mai Ausschreitungen in Berlin empfand ich als recht gemäßigt.

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