wie schon anfangs gesagt, kann ich den obama-optimismus gut nachempfinden und denke ebenfalls, dass von seiner wahl positive impulse ausgehen. außerdem finde ich ihn sympathisch und sein PR-konzept gelungen. ich gehöre also nicht zur gruppe der pauschal-nörgler, die einfach aus prinzip alles anzweifeln und schlechtreden.
allerdings gehöre ich auch nicht zu denen, die sich schnell von einer euphorie mitreißen und vfon einer rosaroten wolke umhüllen lassen. gerade amerika ist sehr gut darin, mit solchen euphorie-spektakeln vorher gemachte fehler zu verdrängen und so zu tun als würde der nun kommende "change" alles negative kompensieren. diese ami-naivität teile ich nicht.
vor kurzem hab ich auf CNN ein interview mit tony blair gesehen. da saß ein entzauberter, verbraucht wirkender mann, der vor noch nicht allzu langer zeit in england und auch darüber hinaus einen ähnlichen effekt wie obama hatte. damals war die vernetzte promotion noch nicht so etabliert. durch internet, handies u.a. hätte blair bei seinem amtsantritt damals aber sicherlich einen ähnlichen hype wie obama erzeugen können.
wie gesagt, das phänomen "blair" ist mittlerweile entzaubert. er gehört zu "bush´s dirty little helpers" und auch anderweitig gepfuscht, wenn es um wirtschaft, renten und bildung in england ging.
nun will ich nicht behaupten, dass jeder shiny nice guy dasselbe schicksal erleben muss. aber am beispiel blairs kann man gut sehen, dass sich jede noch so große euhphorie, die um eine einzelperson entsteht, erstmal an der realität messen muss. bei politikern sieht man das am besten, wenn sie schon mindestens eine amtszeit hinter sich haben. davon ist obama noch weit entfernt.
das ist letztlich auch der grund, weshalb ich die vergleiche mit den politikern hierzulande ungerechtfertigt finde, denn sie haben meisten schon wesentlich längere politische karrieren in höheren ämtern hinter sich als unser amerikanischer superman. in diesen längeren amstzeiten hatten sie natürlich auch mehr gelegenheiten, sich zu "verraten" oder fehler zu machen.
und nein, ich finde die kritik am kapital, die zur zeit so oft zu hören ist, nicht mutig. momentan ist es fast schon ein trend, so zu reden. mutig sind die leute, die schon vor 2 jahren kritisch gewarnt haben, auf die aber damals viele nicht hören wollten. und mutig sind auch diejenigen, die auch dann noch, wenn sich die wogen der finanzkrise geglättet haben, weiterhin einen gefestigten, hinterfragenden standpunkt vertreten.
.





Zitieren
Als Lesezeichen weiterleiten