Ich fand Selfridge alles andere als blass - und auch nicht das, was ich einen Bösewicht nennen würde. Selfridge ist einer, der sich mit den Verhältnissen abgefunden hat und sich manchmal sogar einredet, daß sie so gut und richtig sind - der aber, und dank Ribisi spürt man das auch, *eigentlich* weiß, daß die Verhältnisse, mit Verlaub, Scheiße sind. Man kann nicht wirklich sagen, daß es ihm "lieber wäre", wenn er ohne Genozid usw. auskommen könnte - diese Option ist für ihn so utopisch, daß sie in seinem Denken gar nicht vorkommt. Man kann aber sehen, daß er weiß, daß das, was er und die Menschen allgemein auf Pandora tun, falsch ist. Und er genießt das nicht, wie es ein echter 'Bösewicht' vielleicht tun würde, sondern er nimmt das grimmig-mürrisch hin, weil er sich eben schon sein ganzes Leben einredet, daß es nicht anders geht, daß die Welt eben so ist wie sie ist etc. Wenn er es sich erlauben würde, an die Möglichkeit einer anderen Welt zu glauben, wäre ihm diese andere Welt lieber. Aber er hat diese Denkmöglichkeit in sich völlig abgetötet.