Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
ja, das ist eher unwahrscheinlich. allerdings ist mir "avatar" tausendmal lieber als die letzten potter-filme. camerons film verschaffte mir ein kinoerlebnis, das diese seelenlosen fließband-blockbuster nie auslösen konnten. das ist einer der gründe, weshalb ich so hinter diesem projekt stehe und bei dir den eindruck erwecke, ein "fanboy" zu sein.
Das ist aber eine ganz andere Frage. Die Erlöse sind zum einen deshalb relevant, weil von einer ganzen Reihe "fanboys" behauptet wurde, der Film würde alle Rekorde brechen. Darauf deutet bisher nichts hin. Zum anderen, weil Filme, die nicht profitabel sind, die Chancen vermindern, dass ähnliche Projekte in Zukunft nochmal gemacht werden. Das war eines der Argumente, warum die Fans bei Watchman in einer bisher meines Wissens noch nie dagewesenen Aktion eines Drehbuchautoren öffentlich gebeten wurden, den Film mindestens zweimal anzusehen. Argument: Wenn der Film nicht profitabel ist, gibt es in Zukunft keine solchen Filme mehr. Drittens hat es mit der Situation in den Kinos selbst etwas zu tun - siehe Cinemaxx-Thread - denn dass Studios versuchen, immer weiter steigende Kosten auf die Kinos abzuwälzen und diese wieder auf Kunden und Arbeitnehmer, ist auch klar.

was du da auflistest, ist sicherlich soweit stichhaltig, aber ob du damit wirklich alle relevanten faktoren berücksichtigst, wage ich zu bezweifeln. einerseits wissen wir nicht, wie hoch der anteil des studios an der produktion war. andererseits kennen wir nicht das potential all der einnahmequellen, die "avatar" generiert.

aus diesem von dir selbst verfassten artikel erfahren wir z.b., dass auch cameron am finanziellen risiko der produktion nicht unerheblich beteiligt war und dass man damit rechnet, über den verkauf der technologie einen teil der kosten reinzuholen:
http://www.fictionbox.de/index.php/c...view/8800/505/
Die Frage, wer die Kosten finanziert, ist für die Berechnung der break-even-Einnahmen irrelevant. Denn egal ob das Studio oder externe Investoren die Kosten vorstrecken, sie wollen ihr Geld wieder sehen. Bei externen Investoren könnte das sogar teurer werden, weil die unter Umständen eine höhere Verzinsung verlangen.
Was die Erlöse der Technologie-Verkäufe betrifft - ich bezweifle, dass die Kosten der Technologie-Entwicklung in den 300 Millionen enthalten sind. 300 Millionen sind für einen derart CGI-intensiven Film nichts so Außergewöhnliches. Pirates of the Carribean III hatte auch 300 Millionen Budget, Potter VI 250 Millionen. Ich vermute eher - und darauf weist der "Hausbau"-Vergleich des Fox-Managers hin - das in der NYT-Schätzung von 500 Millionen Dollar diese Kosten eingerechnet sind.

ebenso gibt es meldungen, in denen es darum geht, inwieweit die "avatar"-technologie in der medizin eingesetzt werden kann:
http://io9.com/5423812/could-avatars...prove-medicine
Das wäre natürlich erfreulich, aber ob das machbar ist, welche weiteren Entwicklungskosten dranhängen, und welche Marktpotenziale es hierfür gibt, ist völlig spekulativ. Es hat auch mit den Kinoerlösen, aus denen die Entwicklungskosten für die Technologie herausgerechnet sind, nichts zu tun. Und nur von denen bin ich ausgegangen. Die muss der Film erstmal bringen.

Dass solche Zukunftspotenziale nicht genau abgeschätzt werden können, wird die Controlling-Abteilung des Filmstudios sicher nicht davon abhalten, eine Cost-Benefit-Analyse aufzustellen. Nur weil man nicht abschätzen kann, was sich in den nächsten Jahrzehnten vielleicht noch ergibt, heißt das nicht, dass man nicht ausrechnen kann, ob der Film unter den gegebenen Informationen profitabel ist.