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Thema: Amoklauf und Ballerspiele - was ist wirklich Ursache?

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  1. #7
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard AW: Amoklauf und Ballerspiele - was ist wirklich Ursache?

    Zitat Zitat von Reiner Beitrag anzeigen
    Ich sehe nicht, dass gemeint sei Kids zu prügeln, sondern eher das sie wieder in die Lage versetzt werden natürliche Energien und Aggressionen auszuleben und die "good guys" als Ideal wieder zu entdecken.
    das ist alles schön gesagt, aber wie setzt man es um?

    Auch das die Eltern wieder mehr die Verantwortung selbst wahrnehmen und nicht auf Lehrer, Nanny oder Psychologen abzuwälzen.
    hachja, jetzt ist es wieder "abwälzen", wenn man sich hilfe von außen sucht. wirklich interessant, zu beobachten, wie schnell es in komplizierten situationen zu einem rollback (soziologisch: rückfall in längst überwunden geglaubte zustände) kommt und alte denkmuster sofort wieder die erstbeste lösung sind. es war ein langer weg in deutschland bis man sich hier nicht mehr zu schade war, auch hilfe von psychologen, sozialarbeitern u.a. anzunehmen. diese hilfe ist aber in vielen fällen sehr sinnvoll, denn, man wird es nicht glauben, es gibt nunmal kein eltern-gen, das menschen mit kindern auf natürlichem wege die richtigen "erziehungsbefehle" vermittelt. wenn eltern überfordert sind, nicht mehr weiterkommen und vielleicht sogar kurz davor stehen, sich von ihrem kind zu entfremden oder gewalttätig zu werden, ist es für viele umso wichtiger, nicht nur auf sich allein gestellt zu sein.

    Dazu gehört eben auch sich mit den eigenen Kindern auch wieder mehr zu beschäftigen.
    ja, wissen wir das nicht irgendwie alle? aber auch hier die frage: wie setzt man es um? und andererseits: in frankreich u.a. ländern arbeiten ebenfalls beide elternteile meistens vollzeit und dort laufen auch nicht regelmäßig kinder amok. nun, in diesen ländern wurden einfach schon seit über 50 jahren betreuungsmöglichkeiten für kinder ausgebaut und sie scheinen ganz gut damit klar zu kommen.

    Zudem:
    Irgendwie ist manchmal die "antiautoritäre" Erziehung immer noch so sehr in den Köpfen, obwohl sie so wenig hilfreich war - allein für sich. Es gab eine regelrechte "Modewelle" in dem Thema in den 80igern.
    die anit-autoritäre erziehung, der eigentlich der laissez-faire erziehungsstil zugrunde liegt, war in den späten 60ern und ca. bis mitte der 70er in den köpfen. spätestens in den 80ern zog wieder mehr "solides" denken in die elternhäuser ein und es gab eine rückwendung zu konservativen werten.

    hast du dich überhaupt schon mal mit pädagogik beschäftigt?

    Wenn aber die Kids sich nichts mehr von den Eltern sagen lassen, wenn man alles "durchdiskutieren" will, statt auch mal zu sagen "halt, hier ist Schluss, das geht nicht, das darf man nicht", dann wird wirklich keine Grenze mehr für die Kids erkennbar. Erziehung sollte ein Mix aus Hilfe zur Weiterentwicklung in gewissen Rahmen und Grenzen sein. Grenzen gehören im Erwachsenen Leben dazu, doch wenn man keine kennengelernt hat wird es später schwer.
    sollte, hätte, könnte... irgendwie wissen wir das alle selbst, trotzdem heíßt das noch lange nicht, dass es so leicht umsetzbar ist wie es klingt.

    die frage ist doch eher: wenn die erziehung früher so sehr viel besser war, wie frau emmler sagt, warum sind daraus keine starken eltern entstanden, die auf all diese heutigen probleme entsprechend reagieren und damit umgehen können?

    Kleiner Hinweis noch, Fr. Emmler hat neben einem eigenen Sohn auch ein Pflegekind von 10 Jahren (mit ADS) ... ich denke, man kann Ihr also nicht unbedingt absprechen, sie wüsste nicht wovon sie redet.
    ich kenne frau emmler und ihre familiensituation nicht. warum sollte sie also ein vorbild sein? erzählen kann jeder viel und sie bietet in ihrem text kaum konkrete lösungen an, sondern reiht nur simple talkshow-binsenweisheiten aneinander. frau emmlers text besteht überwiegend aus den üblichen phrasen, die einen romantisierten blick in die vergangenheit werfen. früher war alles besser, familien funktionierten etc. ... hier wird ein verklärtes damals dargestellt, weil man auf das heute keine antworten hat. das ist so ähnlich wie wenn arbeitslose aus den neuen bundesländern an "die gute alte DDR" denken, weil sie damals ja immerhin noch arbeit hatten.

    besonders deutlich wird das bei kitschigen sätzen wie diesen:
    "... Wir haben früher auf Wiesen und Straßen »Cowboy und Indianer usw« gespielt, dabei hat auch mal einer etwas abbekommen aber wir hatten einen Helden und der war immer der GUTE. ..."
    hachja, früher... wiesen ... straßen ... cowboy und indianer ... die helden waren immer die guten ... das waren noch zeiten. ein heimatfilm aus den 50ern hätte es nicht besser darstellen können.

    ich weiß ja nicht, in welchem "früher" die frau emmler gelebt hat, aber ganz so rosig hab ich das nicht in erinnerung. in dem kleinen dorf, in dem ich aufwuchs, gab es trotz aller heile-welt-romantik auch fällle von durchgeknallten kindern. ja, stellt euch mal vor, sogar schon früher. einer der nachbarjungs zog meinem kumpel mal derart heftig eine schaufel beim spielen über den kopf, dass er mit gehirnerschütterung ins krankenhaus musste. außerdem bildeten sich auch damals schon die üblichen cliquen - entweder war man dabei, und wenn nicht, bekam man das mit dem, was man heute mobbing nennt, entsprechend zu spüren. beim spielen war nicht immer der held der gute, sondern manchmal einfach nur der, der die anderen am besten reinlegen konnte oder vor dem der rest der gruppe angst hatte, weil er am gewalttätigsten war.

    jaja, früher... warum gab es dann eigentlich in der BRD schon seit den 1960ern amok-läufe?


    .
    Geändert von Dr.BrainFister (19.03.2009 um 14:12 Uhr)
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

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