Trotzdem muss man als Zuschauer eine Menge akzeptieren, um Spaß an der Serie zu haben. Die Staffel soll eigentlich den Krieg der 5 Könige im Mittelpunkt behandeln, gesehen hat man davon bisher aber auf der Konfliktebene zumindest nicht viel oder besser gesagt nichts. Da wird schon mal mit abstrakten Truppenstärken um sich geworfen oder von geschlagenen Schlachten berichtet, nur hat die Serie bisher nichts dazu gezeigt, um diese Infos visuell zu untermauern. Show don't tell geht anders.
Mir ist bewusst, dass das Budget seine Grenzen hat und quasi durch den riesigen Cast aufgefressen wird, aber wenn es bspw. "The Borgias" mit geringerem Budget schafft, meine Kritikpunkte zumindest ansatzweise zu behandeln, dann sehe ich bei "GoT" eher ein paar produktionstechnische Probleme. Nicht nur, dass die Showrunner in fast jeder Folge mit den vielen Handlungssträngen nicht wissen wohin, anstatt einfach Folgen mit gewissen Schwerpunkten zu produzieren (Daenerys und Jon Snow müssen nicht in jeder Folge auftreten, dafür sind ihre Handlungen zu sehr 2. Geige), bombardiert man den Zuschauer lieber mit 6 bis 7 Handlungssträngen pro Folge, wobei dann für jeden kaum mehr als 5 Minutern Sendezeit übrig bleibt. Das hat mit zugedrückten Augen in der ersten Staffel noch funktioniert (auch wenn ich das dort auch schon bekrittelt habe), aber wenn die Handlung in die Breite wächst und die Folgen nun im Durchschnitt dann noch ein paar Minuten kürzer sind, wird das einfach nur kritisch. Des Weiteren hat man wohl die Finanzspritze für die Blackwaterschlacht anscheinend recht spät bekommen, sodass möglicherweise das Budget nicht so verteilt werden konnte, wie es benötigt wurde. Bis auf wenige Szenen ist die Serie sehr arm an Statisten. Wenn 300 Männer der Nachtwache ausziehen um der Wildlinggefahr Herr zu werden, dann aber nur max. 20 Ranger auf Bildschirm zu sehen sind dann stimmt etwas nicht. Ebenso ist Winterfell fast ausgestorben und wie oft hast du die Drachen in dieser Staffel sehen dürfen?
Das klingt jetzt dramatischer, als es eigentlich ist. "Game of Thrones" ist und bleibt eine der visuell beeindruckendsten Serienprojekte. Trotzdem hege ich als Laie den Verdacht, dass evtl. mit ein bisschen sorgfältiger Planung und dem Willen zur Einsparung an der richtigen Stelle im Endeffekt mehr drin gewesen wäre. Zumindest scheint man nun zumindest in der 3. Staffel visuell soweit aus dem Vollen schöpfen zu können und mal bei den (computergenerierten) Armeen in voller Breitseite draufhalten zu können und die Drachen scheinen sich auch nicht mehr immer hinter abgedeckten Käfigen verstecken zu wollen. Wenn man dann noch die Handlungsstränge besser unter einem Hut bekommen könte, wäre ich - mal von dem ein oder anderen schwach geschriebenen Handlungstrang abgesehen - fast wunschlos glücklich.
Bei Szene geht es wohl eher um Theon als um Ser Rodrick (der Mann mit dem coolen Bart), der in der Serie sowieso kaum mehr als ein besserer Statist war. Selbst beim Kopf kürzer machen versagt der adoptierte Inseljunge, braucht mehrere Hiebe und saut sich ein. Tja, Theon hat den Weg nun mal eingeschlagen und kennt nur eine Richtung: immer weiter hinein in die Scheiße.
Zu Jon Snow habe ich tatsächlich nichts geschrieben. Weiß auch nicht wieso. Tolle Landschaft, Ygritte macht Spaß, lässt aber Jon wie einen Tollpatsch aussehen. Ich weiß noch immer nicht, ob das von Autorenseite so beabsichtig worden ist.






. Mit den Landschaftsaufnahmen hast du recht: Atemberaubend trifft es genau. Wirklich beeindruckend. So gesehen (und im Wissen dass noch eine "große" Folge kommt) kann ich auch deine Kommentare in Richtung Budget nicht wirklich verstehen. Immerhin hat GoT (bzw. die Staffel) eine Laufzeit von rund 9 Stunden. Brich das Budget auf die Laufzeit herunter, und sag mir, welche Filme - noch dazu mit derart voller Besetzung, die ja auch was kostet - besser aussehen, und nicht mindestens das doppelte kosten
. Zumal man angenehm viel auf echte Sets statt auf CGI-Hintergründe setzt; das ist ebenfalls nicht billig.
. Ich will nicht sagen, dass es mich kalt gelassen hat - vor allem, weil die Enthauptung doch sehr brutal umgesetzt wurde. Aber es hat mich jetzt auch nicht sonderlich berührt.
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