Die Richter haben durchaus weite Ermessensspielräume, alle Schuld mangelhaften Gesetzen zuzuschieben greift deshalb zu kurz. Beispielsweise hatten die Mörder von Dominik Brunner ein Vorstrafenregister das ganze Aktenwände füllte, und wären in den meisten anderen Justizsystem schlichtweg schon längst nicht mehr auf freiem Fuß gewesen um diesen Mord zu begehen.
Der Text vermittelt eher den Eindruck dass der Richter ziemlich sauer darüber war dass der Angeklagte es wagte sich als Opfer zu sehen, und somit den Sinn des Verfahrens bzw. im weiteren Sinne die Kompetenz von Staatsanwalt und Richter anzweifelte. Das harte Urteil verstehe ich insofern auch so dass dem Angeklagten glasklar aufgezeigt werden sollte wer die Macht und die Deutungshoheit über das "Recht" hat.
Sicherlich hat der Angeklagte Fehler begangen, vor Allem darin dass er selbst nicht die Polizei gerufen hat als er wieder in Sicherheit war. Man muss sich jedoch fragen ob das Grund genug ist einen nicht vorbestraften Bürger über Jahre in den Knast zu stecken, der voll im Leben steht, eine exzellente Sozialprognose hat und weder gewalttätig ist noch eine Wiederholungsgefahr aufweist. Insbesondere wenn man dieses Urteil mit unseren jugendlichen Intensivtätern mit Migrantenhintergrund vergleicht, die selbst nach dutzenden Straftaten und Körperverletzungen keine Gefängnisluft schnuppern, und über die Zahnlosigkeit der deutschen Justiz nur lachen. Strafe soll vor Allem eine erzieherische Wirkung haben, aber wie wird jemand "resozialisiert" der für Jahre ins Loch wandert weil er in einer Extremsituation extrem reagiert hat um sich und seinen Freund vor Gefahr zu schützen?






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